Kürzlich hat das Landgericht Hamburg (vgl. LG Hamburg, Urt. v. 30.04.2013; Az. 312 O 412/12) ein erfreuliches Urteil in Bezug auf das Kündigen einer Mitgliedschaft bei einer Online Dating Community gefällt, welches zwar noch nicht rechtskräftig ist, dennoch aber Signalwirkung in der gesamten Branche haben dürfte. Demnach muss auf einer Dating Börse, auf welcher die Registrierung bzw. die Buchung einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft online möglich ist, auch die Möglichkeit gegeben werden diese auf elektronischem Wege zu kündigen. Einzelheiten und den zugrundelegenden Fallstrick schlüsseln wir in den folgenden Zeilen für Euch auf.

Elitepartner unterliegt vor Gericht

Geklagt hatte ein Mitglied der Dating Plattform Elitepartner, welches dort eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abgeschlossen hatte und diese nach einiger Zeit wieder beenden wollte. Laut AGB von Elitepartner ist die Beendigung einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft ausschließlich per Fax oder Briefpost möglich, gegen diesen Passus hat das jeweilige Mitglied erfolgreich vor dem Landgericht Hamburg geklagt, nachdem dieses erfolglos versucht hat seine Mitgliedschaft per E-Mail zu beenden. Das Landgericht Hamburg hat in diesem Fall entschieden, dass es dem Nutzer nicht zugemutet werden kann, eine Mitgliedschaft auf einer Online Community, welche auf komplett elektronischem Wege abgeschlossen wurde, ausschließlich per Briefpost oder Fax zu kündigen. Weiter stellte das Landgericht Hamburg fest, dass es grundsätzlich möglich sein muss, eine nicht näher bezifferte Dienstleistung, welche komplett auf elektronischen Wege beauftragt wurde, auch wieder auf elektronischem Wege beenden zu können, weswegen der jeweilige Passus in den AGB von Elitepartner als ungültig erklärt wurde. Der Klage des Nutzers wurde also stattgegeben, auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und eventuell
noch ein Berufungsverfahren ansteht, dürfte dies sehr positive Auswirkungen auf die gesamte Online Dating Branche haben, zumindest aus Sicht der Verbraucher.

Ähnliche Vorgehensweise auch bei Bumskontakt Communities

die agb vieler dating portale sind in bezug auf die kündigungsmöglichkeiten fehlerhaftNach bekannt werden des Urteils habe auch ich mich auf die Suche nach derartigen AGB gemacht und bin leider auch unter den Bumskontakt-Communities fündig geworden, auch wenn diese es tendenziell etwas kundenfreundlicher halten was die Kündigung von kostenpflichtigen Mitgliedschaften angeht. Lediglich zwei Plattformen aus der „Schmuddelecke“ konnte ich ausmachen, welche ebenso kundenunfreundlich verfahren und Ihren Mitgliedern diktieren wollen, eine auf elektronischem Wege abgeschlossene Premium-Mitgliedschaft ausschließlich per Fax oder Briefpost zu kündigen. Zum einen ist dies auf C-Date der Fall, einer Plattform aus der Casual Dating Ecke, welche wir bisher auf unserem Portal noch nicht getestet haben. Weiterhin verweist auch die Plattform yooflirt.com in Ihren AGB darauf, dass Kündigungen ausschließlich per Fax oder Briefpost angenommen werden. Yooflirt haben wir bereits in einem eigenen Testbericht unter die Lupe genommen und für seriös sowie erfolgsversprechend gehalten, nachdem wir jedoch diesen Passus in den AGB entdeckt haben, wurde das Kündigen einer kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft auf diesem Portal noch mal von uns unter die Lupe genommen. Wir haben uns einen weiteren Test-Account erstellt und eine Premium-Mitgliedschaft gebucht, anschließend haben wir dem Support eine E-Mail mit unserem Kündigungswunsch gesendet. Wie bereits im Testbericht angemerkt hat der Support uns nicht nur schnell, sondern auch sehr freundlich geantwortet, und zwar dass eine Kündigung lediglich per Fax oder Brief möglich sei. Auf unsere Nachfrage, in welcher wir auch auf das Urteil des LG Hamburg hingewiesen haben, wurde unsere Kündigung dann aber doch per Mail angenommen, was zumindest ein Schritt in die richtige Richtung ist. Dennoch sollten die Plattformen, welche einen entsprechenden Passus in Ihren AGB haben, diese aber zeitnah überprüfen und ggf. überarbeiten, denn wenn das Urteil erst mal rechtskräftig wird, können viele Nutzer auf die Idee kommen Schadensersatz zu verlangen, zumindest solche, welche in der Vergangenheit per Briefpost kündigen mussten und aus diesem Grund die Kündigungsfrist nicht einhalten konnten, was in der Regel zu einer Verlängerung der kostenpflichtigen Mitgliedschaft geführt haben sollte.

Wer sich auf einer Bumskontakt-Community anmeldet und bedenken hat seine kostenpflichtige Mitgliedschaft nicht mehr los zu werden, kann sich nun also wahrscheinlich ganz entspannt zurücklehnen, zumindest das Durchforsten der AGB dürfte entfallen, zur Not kann man sich stets auf das Urteil des LG Hamburg berufen. Solltet Ihr weitere Plattformen kennen, welche eine Kündigung der Mitgliedschaft ausschließlich per Fax oder Brief zulassen, so teilt uns diese bitte über das Kontaktformular mit, damit auch die anderen Leser unseres Portals von dieser Information profitieren können.

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